Dienstag, 14. November 2017

Wandern im Harz - Kästeklippen, Treppenstein, Verlobungsinsel

Heute zeige ich euch ein Video von einer unserer schönsten Wanderungen und eine der schönsten Harz-Touren überhaupt.

Das Okertal ist an sich schon durch seine großen Felsformationen mit den vielen riesigen abgerundeten Granitsteinen beeindruckend.
Aber was uns total geflasht hat ist der Rundblick vom Treppenstein aus. Der Wahnsinn! Da kommt man sich klein und unbedeutend vor.

Diese Runde hatten wir im August diese Jahr gemacht und hatten richtig tolles Wanderwetter dabei.

Wir sind unten in Oker auf einem Wanderparkplatz gestartet, dann an der Ziegenrückenklippe vorbei zur Teufelsklippe. Beides wunderschöne Felsanhäufungen. Überall liegen diese großen Felsen dort einfach rum, als hätte sie jemand ausgeschüttet. Herrlich anzusehen!

Dann hätten wir auch auf direktem Wege zum Kästehaus gehen können, aber wir wollten natürlich auch zum Treppenstein. Das muss man einfach gesehen haben! Also den kurzen Abstecher noch dahin gelaufen. Dort ist übrigens auch die Stempelstelle 117 der Harzer Wandernadel.

Wir machen das gar nicht, aber da wir immer wieder sehr viele Stempeljäger treffen, schreibe ich das dabei für alle, die ihr Heft vollkriegen wollen :)
Wir hätten es man auch machen sollen, aber dann von Anfang an. Wir haben ja schon sehr, sehr viele Touren ohne Stempel gemacht.

Aber zurück zum Treppenstein: das ist eine gigantische Felsformation mit diesen verwitterten Granitfelsen auf die man komplett rauf gehen kann. Die Stufen wurden direkt in die Felsen geschlagen. Aber keine Bange: es gibt natürlich ein Geländer, wo man sich festhalten kann. Ist teilweise auch nötig, denn es ist wirklich sehr steil.

Danach sind wir wieder dort runter und dann den kurzen Weg zurück bis wir erneut an die Abbiegung zu dem Wanderlokal Kästehaus kamen. Dort haben wir auf der Terrasse mit Blick auf den Brocken eine Kleinigkeit gegessen. Hier ist übrigens die nächste Stempelstelle, die Nummer 118 und der direkte kurze Aufstieg zu den Kästeklippen.

Von dort aus ging es vorbei an der Hexenküche zur Mausefalle. Wie das schon sooo viele Jahre so halten kann grenzt an ein Wunder. Ein riesiger Granitblock wird nach vorne nur von einem im Gegensatz dazu sehr kleinen Granitblock gehalten. Und der ist auch noch unterteilt.... Muss man gesehen haben :)

Dann weiter zum Ursprung des Romkerhaller Wasserfalles. Da steht man oben (der ist ca. 70 m hoch) und hat einen Blick auf Romkerhall, das selbsternannte kleinste Königreich der Welt. Dann dort runter, bis wir unten am Ende des tollen Wasserfalles, direkt gegenüber von Romkerhall standen.

Danach weiter zur Verlobungsinsel. Eine kleine Insel aus diesen gigantischen Felsen mitten in der Oker. Dort ist die Stempelstelle 116 und es gibt viele Bänke und Rastmöglichkeiten. Aber es war so voll dort, dass ich nur Fotos von den Felsen machen konnte. Sonst hätte ich immer Leute im Bild gehabt, das macht man ja nicht.

Anschließend sind wir an der Oker lang gelaufen, vorbei an der Marienwand, eine bei Kletterern sehr beliebte Wand. Es waren auch einige Kletterer dort in den Felsen unterwegs.
Dann dachten wir eigentlich schon, das war es nun und es geht auf direktem Wege zurück zum Parkplatz, aber denkste. Es ging tatsächlich noch mal ein Stück ziemlich steil berghoch über weitere Felsen.

Insgesamt waren es 12,6 km und eine reine Laufzeit von 3 Stunden. Aber unterwegs waren wir natürlich fast den ganzen Tag. Pausen müssen sein und alleine das ständige Fotografieren und Filmen dauert ja auch seine Zeit. Und vom Treppenstein konnten wir uns erst gar nicht trennen, da oben hätte ich noch viel länger staunen können :)

Hier nun das Video:


Montag, 6. November 2017

Freitag, 3. November 2017

Wandern im Harz - Wildschweinrunde

Bei schlechtem Wetter laufen wir eigentlich nicht diese tollen Highlight-Runden, sondern fahren auf irgendeinen Wanderparkplatz und laufen dann drauf los.
Weil man von den tollen Aussichtspunkten ja nicht wirklich was hat, wenn alles im Regen oder Nebel versinkt. Diese Touren heben wir uns für schönes Wetter auf.

So auch Anfang Oktober. Wir fuhren zu dem Parkplatz vor der Innerstetalsperre und liefen erst den Steinway Wanderweg lang und dann immer weiter hoch "Am Stiefel".

Oben an der Kreuzung waren ganz frische Wildschweinspuren zu sehen, dort sind wir rechts auf einen breiten Wanderweg abgebogen. Es wird uns zwar immer etwas mulmig dabei und oft genug haben wir uns gesagt "So oft wie wir im Wald rumlaufen, wird es irgendwann passieren dass wir auf ein Wildschwein treffen", aber wer wusste nun schon, in welcher Richtung die unterwegs waren?  Als es dann wirklich geschah dass wir Wildschweinen gegenüberstanden war es dann doch VIEL beeindruckender, als ich mir jemals ausgemalt habe.
Und mir war nicht mehr nur mulmig, sondern ich hatte richtig Angst.

Anfangs ging es noch. Mein Schatz blieb auf einmal stehen, drückte meine Hand und sagte nur "Schweine". Ich schaute in die Richtung und tatsächlich - vor uns direkt am Weg standen 3 Bachen. Sie schauten uns an, wühlten dann aber in der Erde weiter.

Man soll sich ja dann ruhig verhalten und möglichst vorsichtig zurück gehen. Trauten wir uns aber auch nicht, denn wer weiß was hinter uns noch war....

So ging das eine ganze Weile. Die liefen mal ein paar Schritte weiter, blieben dann aber nach einem skeptischen Blick in unsere Richtung immer wieder stehen und wühlten in der Erde weiter als wären wir gar nicht da

Ich dachte immer, die wären scheu! Immer wenn ich dachte, wir werden irgendwann Wildschweine treffen, dachte ich höchstens dass wir sie mal weglaufen sehen weil sie uns viel früher bemerkt haben. Denkste. Von Scheu keine Spur.

So weit so gut, alles noch im grünen Bereich....... bis mein Schatz auf einmal nur noch flüsterte "Neben uns". Ich guckte nach links....... Himmel noch mal, da stand ein beachtlich großer Keiler direkt neben uns (wer weiß wie lange schon!) und starrte uns ununterbrochen an. Da hatte ich nicht mehr nur Angst, sondern Panik. Aber wir blieben stehen. Was anderes blieb uns auch nicht übrig. Kein Baum in der Nähe auf den man hätte rauf klettern können. Wir standen mitten auf dem Weg, die Bäume etwas weiter weg und hatten - natürlich - wie sollte es in so einer Situation auch anders sein - unten keine Äste an denen wir hätten hochklettern können.

Der Keiler starrte uns weiter an und bewegte auf einmal den Kopf hoch und runter. Wie ein Stier kurz vom Angriff. Dann fing er an zu grunzen und kurz danach liefen alle Wildschweine am Weg weiter nach vorne und sehr weit von uns weg dann über den Weg auf die andere Waldseite. Da sahen wir erst, dass es nicht nur die drei Bachen und der Keiler waren, sondern insgesamt über 10 Tiere.

Wir standen über eine Viertelstunde auf demselben Fleck und trauten uns weder vor noch zurück. So lange dauerte es, bis sie los liefen. Von Scheu keine Spur. Von dämmerungs- und nachtaktiv auch nicht, denn es war schon fast Mittag.

Hinterher habe ich mich natürlich geärgert, dass ich nicht gleich mein Handy raus geholt habe um zu filmen. Hatte ich dann ja auch irgendwann, als die Bachen um den Baum liefen. Aber nachdem wir den Keiler neben uns gesehen haben, habe ich mich noch nicht mal so weit gerührt, dass ich das Handy hochgehalten hätte. Bloß keine falsche Bewegung machen war mein einziger Gedanke.

Tja, so kann es passieren... und überall sind hier Wildschweinspuren. Meistens zwar mindestens einen Tag alt oder sogar älter, aber oft auch wie den Tag ganz frisch. Die gute Frage ist dann: jetzt umkehren oder sind sie vielleicht genau in die Richtung gelaufen? Keine Ahnung. Bisher gehen wir weiter.

Bei schönem Wetter und auf den sogenannten Highlight Touren wo die Stempelkästen stehen und viele Leute wandern ist es nicht so wahrscheinlich auf Wildschweine zu treffen. Aber bei so nebligem Nieselwetter sind wir seither sehr, sehr achtsam und scannen fortwährend den Waldrand.
Ein Erlebnis dieser Art reicht uns ;)

So, genug gesabbelt. Hier nun das Video. Wie gesagt kann man sie leider nur noch aus der Ferne sehen. Auch die Bachen um den Baum waren da schon weiter weg. Aber vorher traute ich mich einfach nicht.